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Politische Spannungen und schwierige Hilfe auf Haiti

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Politische Spannungen und schwierige Hilfe auf Haiti

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Nach dem Erdbeben auf Haiti nimmt die Spannung im Land zu. Ob wegen der Probleme bei der Verteilung von Hilfsmitteln, ob wegen schleppender Aufräumarbeiten, der starken ausländischen Militärpräsenz oder allgemein wegen völliger Perspektivlosigkeit – viele demonstrieren und schreiben :“raus mit Präsident René Préval” auf die Transparente.

Schon vor dem Beben hatten viele Haitianer dem Staatschef Korruption und die steigende Arbeitslosigkeit vorgeworfen. Nun aber, nach den Erdstößen, sei kein Ausweg zu erkennen, so jack Estanly, einer der Demonstranten. “Die Leute leben auf der Straße, viele Kinder sind verwaist – aber die Hilfe kommt kaum an!”

Doch statt ein Ende der Amtszeit Prévals sieht es nun eher nach einer Verlängerung aus: Die für Ende Februar geplanten Wahlen sind offiziell verschoben. Ein neues Datum stehe noch nicht fest, teilte die Wahlkommission am Dienstag in Port-au-Prince mit. Die Gebäude der Wahlkommission waren ebenso wie zahlreiche Regierungsgebäude bei dem Erdbeben vor drei Wochen stark beschädigt worden. Die Regierung berät derzeit über einen Vorschlag, das Mandat der 99 Abgeordneten und elf Senatoren um zwei Jahre zu verlängern.

Unterdessen hat das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen eine große Impfkampagne gestartet. Rund 700.000 Kinder sollen gegen gegen Masern, Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten geimpft werden. “Masern”, so Page Kent von UNICEF, “können die Kinder töten und die Krankheit breitet sich wie ein Buschfeuer aus. Die Impfungen können also wirklich Leben retten!”

Leben retten, das wollen auch die fast Hundert Künstler, die 25 Jahre nach dem Welterfolg den karitativen Hit “we are the world” neu aufgelegt haben. Damals wurde Geld für Afrika gesammelt – diesmal für Haiti.