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Sudans Präsident muss mit Völkermordanklage rechnen

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Sudans Präsident muss mit Völkermordanklage rechnen

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Der sudanesische Staatspräsident Omar Al-Baschir muss mit einer Völkermordanklage rechnen. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hatte im vergangenen Jahr einen internationalen Haftbefehl gegen Al-Baschir erlassen – wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in der Provinz Darfur.

Doch einen Beweis für die geplante Vernichtung der schwarzafrikanischen Bevölkerungs-gruppe hatte das Gericht damals nicht gesehen. Nun entschied die Berufungskammer, dass die mit der Prozess-vorbereitung befasste Kammer festlegen soll, ob Al-Baschir doch noch wegen Völkermords
angeklagt werden kann – zusätzlich zu den bisherigen Anklagepunkten.

Die Regierung in Khartum hatte nach einem Aufstand scharzafrikanischer Rebellen in Darfur im Jahre 2003 mit militärischer Gewalt reagiert.

Der Sudan wird vom arabisch geprägten Norden beherrscht. Nach Auffassung des Chefanklägers ist Al-Baschir schuld an der gewaltsamen Vertreibung scharzafrikanischer Einwohner von Darfur durch arabische Reitermilizen und an den grausamen Bedingungen in Flüchtlingslagern, wo Tausende verhungert seien. Nach Schätzungen der UNO sind etwa 2,7 Millionen Menschen auf der Flucht, etwa 300 000 kamen ums Leben.