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Rätselraten um Absichten des Iran

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Rätselraten um Absichten des Iran

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Der Test einer selbst entwickelten Satelliten-Trägerrakete im Iran hat international für Beunruhigung gesorgt. Am Mittwoch morgen hatte Teheran die Rakete ins All geschossen, nur wenige Stunden nachdem der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Staatsfernsehen die Bereitschaft erkennen ließ, Uran für einen Forschungsreaktor künftig im Ausland und nicht im eigenen Land anreichern zu lassen. Der Westen sieht das iranische Raketenprogramm mit Sorge. Aus Frankreich hieß es, Raketen könnten auch als Träger für Massenvernichtungswaffen dienen. Zudem treibe Teheran sein Atomprogramm ohne erkennbares ziviles Ziel voran.

Und auch das Einlenken Ahmadinedschads in der Frage der Urananreicherung trifft auf höchst skeptische Ohren – so etwa bei Russlands Außenminister Sergej Lawrow. “Leider hat die iranische Seite die ursprüngliche Vereinbarung nicht eingehalten”, sagte Lawrow. “Stattdessen ist Teheran eigene Wege gegangen, die nicht von der Atomenergiebehörde unterstützt wurden. Wenn der Iran zu der früheren Übereinkunft zurückkehrt, werden wir das begrüßen.” Deutschlands Außeninister Guido Westerwelle bleibt ebenfalls abwartend. Er meinte, der Iran müsse eine ehrlichen Absichter erst unter Beweis stellen: “Wenn das alles nur wieder Taktik ist, dann wird die Völkergemeinschaft sich auf weitere Maßnahmen verständigen. Und dann können auch Sanktionen nicht ausgeschlossen werden, weil nicht Worte zählen, sondern Taten.”

Monatelang hatten die fünf ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat und Deutschland versucht, Teheran dazu zu bringen, den Vorschlag der Urananreicherung im Ausland zu akzeptieren. Da ist es kein Wunder, dass die plötzliche Kompromissbereitschaft des Iran nicht unbedingt erfreulich, sondern eher verdächtig wirkt.