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Staatsanwaltschaft soll über US-Amerikaner entscheiden

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Staatsanwaltschaft soll über US-Amerikaner entscheiden

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In Haiti soll die Staatsanwaltschaft noch an diesem Donnerstag darüber entscheiden, ob sie gegen zehn US-Amerikaner Anklage erhebt. Sie waren am vergangenen Freitag bei dem Versuch, 33 haitianische Kinder in ein Heim in der benachbarten Dominikanischen Republik zu bringen, an der Grenze festgenommen worden. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Eltern aller Kinder im Alter zwischen zwei Monaten und zwölf Jahren alle noch leben. Der Anwalt sagte nun, die Amerikaner selbst seien Opfer. Sie seien nach Haiti gekommen, um den Menschen zu helfen. Ein Pastor in Petionville habe ihnen einen Brief mit auf den Weg gegeben, in dem den Amerikanern erlaubt worden sei, den Kindern zu helfen. Bei ihrer Verhaftung hatten die zehn Baptisten zuerst behauptet, es handele sich bei den Kindern um verwaiste Erdbebenopfer.

Haitis Ministerpräsident Jean-Max Bellerive sagte, das würde von den wahren Problemen ablenken; man spreche über zehn Menschen, aber auf den Straßen litten eine Million Haitianer. Indes erklärte sich der ehemalige US-Präsident Bill Clinton bereit, im Auftrag der Vereinten Nationen alle Hilfen für Haiti zu koordinieren.

Clinton war schon vor dem verheerenden Erdbeben vor drei Wochen als UN-Sondergesandter für Haiti tätig. Nach aktuellen Schätzungen sind bei dem Beben 200.000 Menschen getötet worden, unter den Trümmern werden weitere Todesopfer vermutet.