Eilmeldung

Eilmeldung

Ärzte kommunizieren mit Wachkommapatienten

Sie lesen gerade:

Ärzte kommunizieren mit Wachkommapatienten

Schriftgrösse Aa Aa

Wachkomapatienten können unter Umständen wacher sein, als Mediziner annehmen. Das haben Wissenschaftler in Belgien und Großbritannien nachgewiesen. Mit einem der Patienten konnten die Ärzte gar kommunizieren. Ein 22-jähriger Mann, seit fünf Jahren im Wachkoma, zeigte im Kernspinttomografen verschiedene Hirnaktivitäten für Ja und Nein, und zwar abhängig von ihm gestellten Fragen.

“Wenn Sie mir ‘ja’ sagen wollen, stellen Sie sich vor, Sie machen ihren Lieblingssport. Es gibt Hirnregionen, die dann aktiviert werden, und das kann man messen”, erklärt der belgische Neurologe Steven Laureys, Leiter der belgischen Komaforschungsgruppe in Lüttich. “Wenn die Patienten ‘nein’ sagen wollen, dann denken sie an etwas anderes, im Gehirn werden andere Regionen aktiviert, und so kann man ‘ja’ und ‘nein’ herauslesen.

Die Mediziner hoffen, schwierige ethische Fragen, etwa nach der Sterbehilfe, künftig besser beantworten, und Patienten besser helfen zu können. Allerdings dämpfen sie auch die Erwartungen. Nur bei vier von 23 untersuchten Patienten liess sich eine Aktivität feststellen. Und derart kommunizieren konnte nur ein einziger Patient.