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Kreml schaltet sich in Streit um Retschnik ein

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Kreml schaltet sich in Streit um Retschnik ein

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In die Auseinandersetzung um die Siedlung Retschnik in Moskau hat nun auch der Kreml eingegriffen. Ende Januar hatten Räumtrupps auf Anordnung der Moskauer Behörden in Retschnik mehrere Einwohner aus ihren Häusern vertrieben und diese anschließend eingerissen. Die Einwohner haben sich inzwischen verbarrikadiert. Für Sergej Bobsjew ist die Sache klar: Es handle sich um ein Gebiet von 30 Hektar, der Boden sei eine Milliarde US-Dollar wert, reiner Profit. Deshalb wolle man sie von hier vertreiben. Doch nach Angaben der Moskauer Behörden wurde die Siedlung illegal errichtet, deshalb müsse sie nun geräumt werden.

Dahinter steht Bürgermeister Juri Luschkow, ein politischer Gegner von Regierungschef Wladimir Putin und Präsident Dmitri Medwedew – und ein möglicher Herausforderer bei der nächsten Wahl.

Putin und Medwedew haben die Moskauer Behärden jetzt aufgefordert, die Rechte der Einwohner von Retschik zu achten. Sollte Bürgermeister Luschkow wegen der Affäre seine Amtszeit nicht überstehen, würde auch Moskau vom Kreml kontroliert.