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Barroso: Chamäleon auf Erfolgskurs

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Barroso: Chamäleon auf Erfolgskurs

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In seiner ersten Amtszeit als Präsident der Europäischen Kommission hat José Manuel Barroso seine politische Anpassungsfähigkeit so oft bewiesen, dass er den Spitznamen Chamäleon erhielt. Martin Schulz, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Fraktion im EU-Parlament prägte den viel zitierten Satz, der konservative Barroso sei im Gespräch mit den Sozialdemokraten ein Sozialdemokrat, mit den Liberalen ein Liberaler und mit den Grünen ein Grüner. Kritiker werfen dem Portugiesen zudem vor, dass er mehr Regulierung einführte, obwohl er mit dem Versprechen zu Deregulieren angetreten war.
Barrosos politischer Slalomkurs begann in den 70er Jahren. Damals war er noch Maoist. Zehn Jahre später trat der konservativen PSD bei, der er bis heute angehört. Einige Jahre später war er Ministerpräsident Portugals. In dieser Funktion empfing Barroso Bush und Blair zu einem Gipfeltreffen auf den Azoren, während sich europaweit der Widerstand gegen George W. Bushs bevorstehenden Irakkrieg formierte. Das sicherte Barroso ein Jahr später im Rennen um die Kommissionspräsidentschaft die Unterstützung Großbritanniens. Der weniger für Prinzipien als für Konsensbemühen bekannte Barroso ,war der einzige Kandidat für seine Nachfolge als Kommissionspräsident und steht so mit 53 Jahren kurz vor einer erneuten fünfjährigen Amtszeit.

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