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Sieben Jahre alt: Streit um Sambakönigin


Brasilien

Sieben Jahre alt: Streit um Sambakönigin

Sieben Jahre alt ist Júlia, und sie soll beim Karneval von Rio in einer Woche eine der berühmten Sambaschulen anführen. Für Kinderschützer ist das ein Graus: So eine Sambakönigin ist normalerweise eine junge Modelschönheit, die knapp bekleidet ihrer Gruppe vorantanzt und alle Blicke auf sich zieht.

Júlias Vater Marco Lira ist gleichzeitig auch Leiter der Sambaschule und sieht das entspannter: Júlia habe den Samba drauf, meint er. Man mache es ihr auch nicht extra leicht: Sie sei zwar ein Kind, habe aber das Zeug, um Königin zu sein.

Trotzdem prüft derzeit ein Gericht, ob Júlia als Sambakönigin auftreten darf: Dieser Auftritt wäre spät in der Nacht, vor zehntausenden Zuschauern im Sambodrom. Die Entscheidung wird wohl auch davon abhängen, was die Siebenjährige für ein Kostüm tragen wird.

Ansonsten laufen die Vorbereitungen auf das Ereignis des Jahres in Rio auf Hochtouren: Dazu gehört auch, dass die Regierung auf die Gefahren der heißen Karnevalsnächte hinweist. Mehr als fünfzig Millionen Kondome werden verteilt, dazu kostenlose, anonyme Aidstests angeboten.

Die Aufklärungskampagne richtet sich vor allem an Mädchen und junge Frauen unter zwanzig: Das ist in Brasilien die Gruppe, in der die Ansteckung mit dem Aidserreger am stärksten zunimmt.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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