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Türkei-EU Experte sagt Konfrontationen zwischen der neuen Kommission und den Mitgliedsländern voraus

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Türkei-EU Experte sagt Konfrontationen zwischen der neuen Kommission und den Mitgliedsländern voraus

Türkei-EU Experte sagt Konfrontationen zwischen der neuen Kommission und den Mitgliedsländern voraus
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Wir sind mit Can Bayardol, einem Spezialisten der europäisch-türkischen Beziehungen verbunden, um zu erfahren, wie die Wahl der neuen EU-Kommission in der Türkei aufgenommen wird.

euronews:
Herr Bayardol, das europäische Parlament hat die zweite Barroso-Kommission gebilligt. Wie wird die neue Kommission die die Verhandlungen über den EU-Beitritt der Türkei beeinflussen?

Bayardol:
Der Vertrag von Lissabon hat die Kommission gestärkt. Sie ist heute fast eine Regierung. Die Türken sehen es als ein positives Zeichen an, dass Barroso nach wie vor die Kommission anführt, eine Engländerin für die Außenpolitik verantwortlich ist und, dass Stefan Füle der neue EU-Erweiterungskommissar ist.
Aber wir wissen, dass die Kommission in dieser Angelegenheit keine entscheidende Rolle spielt.
Bei den Verhandlungen kommt es viel eher auf politische Fragen an, die in den nächsten Tagen aufkommen werden. Ich glaube nicht, dass es ein technisches Problem geben wird. Nach Ansicht der Türkei könnte die neue Kommission jedoch an der Auflösung der politischen Blockaden arbeiten.

euronews:
Wie werden sich die Beziehungen zwischen der neuen Kommission Angela Merkel und Nicolas Sarkozy gestalten, die wenig Enthusiasmus für den EU-Beitritt der Türkei aufbringen?

Bayardol:
In der Tat spielt die EU-Kommission auf diesem Gebiet eine wichtige Rolle. Der frühere Erweiterungskommissar Oli Rehn hat in dem bericht über die Verhandlungen mit der Kommission betont, dass die Türkei strategisch sehr wichtig sei. Es war das erste Mal, dass dieser Punkt von einem EU-Kommissar hervorgehoben wurde. Es ist wichtig, dass die neue Kommission diesen Kurs beibehält gegenüber von Merkel und Sarkozy. Wir sind jetzt seit der Öffnung des Umwelt-Kapitels an einem Punkt angelangt, an dem wir auf eine Sackgasse zusteuern. Das Beitrittsdatum steht nicht fest und wir wissen nicht wie wir verhandeln sollen in diesen unsicheren Zeiten. Wir bewegen uns auf eine Blockade zu. Sarkozy und Merkel benutzen Vorwände, wie die Zypern-Frage und das Verhältnis der Türkei zu ihren Nachbarn, um die Beitrittsverhandlungen zu blockieren. Die Mitglieder der Kommission werden daran arbeiten müssen. Wir werden die Konfrontationen zwischen der Kommission und den Mitgliedsländern verfolgen.