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Die Scala - italienische Leidenschaft


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Die Scala - italienische Leidenschaft

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Die legendäre Scala in Mailand ist aus der Musikgeschichte nicht wegzudenken. Hier hat Giuseppe Verdi seine revolutionären Stücke aufgeführt, der Dirigent Arturo Toscanini schwang den Taktstock und auf der Bühne erreichte die Stimme der Callas Berühmtheit.

Wenn der Vorhang aufgeht, ist ihre Arbeit bereits getan: Fern von Bühne und Applaus arbeiten Hunderte an Kostümen, Skulpturen und Bühnenbildern in der Werkstatt des Opernhauses. Seit 2001 befindet sie sich in den früheren Gebäuden der Ansaldo Eisenfabrik.
Die Bühnenbildner, Schreiner und Kostüm-Designer stellen ihr Talent unter Beweis. Hier befindet sich auch die Gewänder-Sammlung der Scala: mehr als 60.000 Kostüme aus den Vorstellungen der letzten hundert Jahre.

Leiter der Werkstätten ist Angelo Sala, ein ehemaliger Bühnenbildner, der seit vierzig Jahren zum Haus gehört. Für Sala ist es die größte Theater-Werkstatt der Welt: “Die Zuschauer sehen immer nur eine Seite der Aufführung, aber nicht die Kulissen. Dabei ist das sehr beeindruckend. Man kann alle Mechanismen sehen und oft sind sie überraschend altmodisch. Manchmal ist es einfach nur ein Seil, das per Hand gezogen wird. Der heutige Bühnenaufbau ist mehr oder weniger der gleiche wie im 18. Jahrhundert.”

Die Gestaltung der Bühne spielt eine ebenso wichtige Rolle, wie die Sänger. Viele Komponenten sind nötig um eine Geschichte voller Leidenschaft zu erzählen. Leo Nucci ist berühmt für seine Verkörperung des “Rigoletto” von Verdi. An der Scala hat er mehr als 160 Mal gesungen. Ihn verbindet eine lange Geschichte mit dem Opernhaus: “Die Scala ist die Scala, insbesondere für einen Bariton. Man kann überall Erfolg haben, aber ein Sänger, der in der Scala nicht gefeiert wird, wird sich nie davon erholen. Ich habe hier meine Frau kennen gelernt. Gleich da vor der Tür an der Straßenbahnhaltestelle habe ich sie gefragt: ‘Wie sieht es aus, möchtest du mich heiraten?’.”

Nach Jahren der Krise, erscheint die frisch restaurierte Scala heute in neuem Glanz. Seit 2005 wird das Opernhaus zum ersten Mal von einem Franzosen geleitet. Stéphane Lissner hatte am Anfang mit Schwierigkeiten zu kämpfen und erinnert sich noch gut daran: “Ich bin Kartesianer und Franzose, es war für mich also eine Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen der Kreativität, der italienischen Fantasie und einer gewissen Strenge zu finden. Ich habe versucht mehr Regeln einzuführen. Das Publikum hat eine innige, leidenschaftliche Beziehung zu diesem Theater. Das Theater gehört den Zuschauern, es ist Teil ihres Lebens. In der Tat – viel Leidenschaft.”

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