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Ostseegipfel der Umweltinitiatven

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Ostseegipfel der Umweltinitiatven

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So schön ist die Ostsee, mit ihrem verschneiten Ufer, über dem Schwäne ihre Kreise ziehen. Nun versuchen die neun Anrainerstaaten, das kleine Meer im Norden von Europa mit 138 neuen Initiativen zu schützen.

Zu diesem Zweck trafen in Helsinki Vertreter der Regierungen mit jenen von Umwelt- und Wirtschaftsverbänden, Instituten und Stiftungen zusammen. Die Gastgeberin, Finnlands Präsidentin Tarja Halonen, beklagte, dass heutzutage einige der reichsten und umweltbewußtesten Länder der Erde ausgerechnet an einem extrem belasteten Meer lägen. “Welch eine Tragödie”, sagte Halonen, und: “Da muss etwas getan werden, und zwar schnell.” Ihre litauische Kollegin Dalia Grybauskaite erinnerte an die gefährlichen Altlasten: Chemische Waffen aus zwei Weltkriegen liegen noch in der Ostsee in Fässern, die langsam vor sich hinrosten.

Rund 90 Millionen Menschen leben im Einzugsbereich dieses Binnenmeeres, dem aus Flüssen wie Oder, Neisse, Weichsel oder Newa mehr Schadstoffe zufließen als es verdauen kann. Eine zu hohe Belastung könnte eines Tages auch in einem Gewässer von der Größe der Ostsee den lebensnotwenigen Sauerstoff knapp werden lassen. Der Wissenschaftler Juuka Jormola vom finnischen Umweltinstitut erklärte, wie
durch zu viele ins Meer gelangte Nitrate und Phosphate aus überdüngter Landwirtschaft das ökologische Gleichgewicht kippen könne. Unter anderem würden sich dann unerwünschte Algen vermehren, die für badende Kinder zur Gefahr werden könnten.

Ein Hoffnungsschimmer kommt aus Sankt Petersburg, wo nun endlich ein schon zu Sowjetzeiten begonnenes Projekt Gestalt annimmt:
Dort baut man Anlagen zur Reinigung der Abwässer von Kreuzfahrtschiffen. Der deutsche Beitrag, der bei diesem Gipfel in Helsinki bekanntgegeben wurde, fällt mehr als bescheiden aus. Ein einziger deutscher Konzern bietet solche Dienstleistungen zur Abwasserreinigung in einigen baltischen Häfen an – im Wert von ganzen 50.000 Euro.