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Haiti braucht neue Häuser

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Haiti braucht neue Häuser

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Es sieht aus wie ein Freudentanz zum Begrüßen der tropischen Regenzeit, ist aber etwas ganz anderes: nämlich eine der vielen Arten, auf die die Haitianer ihre Verzweiflung und ihre hilflose Wut ausdrücken. Spätestens in sechs Wochen wird es in Haiti nur noch regnen und sie haben kein Dach überm Kopf.
Eine Mutter von zwei Kindern macht sich Sorgen: “Wenn es erst richtig regnet, werden die Kinder durchnäßt. Ich bin hergekommen, weil ich keinen Platz habe, an dem ich sie ordentlich versorgen kann.” Unter einem provisorischen Zeltdach kann sie das bestimmt nicht.

212 .000 Menschenleben hat das Erdbeben gekostet. Drei Millionen der insgesamt neun Millionen Einwohner sind von den Schäden betroffen.
Eine Million hat kein Dach mehr überm Kopf, das Beben hat 250.000 Häuser zerstört. Darum ist die Verteilunmg von Baumaterial inzwischen ebenso wichtig wie die Verteilung von Lebensmitteln und Medikamenten. Wenn es aber so langsam weitergeht, dürfte es Mai werden, ehe die Menschen, die ja durchaus selber zupacken wollen, auch das Material dazu haben. Joseph Ashmore von der “International Organisation for Migration” betont daher, es müsse in kürzester Zeit Baumaterial herangeschafft werden, um wenigstens Notunterkünfte zu bauen. Und dann werde man noch sechs, neun oder gar zwölf Monate brauchen, ehe solide Bauten dastehen.

Im Augenblick stellten nicht mehr Nachbeben, sondern die kommende Hurrikansaison das größte Risiko dar. Die Wetterprognosen sind alles andere als beruhigend. In diesem Jahr besteht laut Meteologen eine Wahrscheinlichkeit von 49 Prozent, dass auch Haiti zwischen Juni und Oktober von einem der Wirbelstürme heimgesucht wird. Und dem halten nordürftig errichtete Hütten ganz sicher nicht stand.