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Haiti: Langsamer Wiederaufbau nach dem Beben

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Haiti: Langsamer Wiederaufbau nach dem Beben

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Auf die leidgeprüften Haitianer kommt neues Ungemach zu: Über Port-au-Prince ging am Donnerstag der erste Tropenregen seit dem schweren Erdbeben nieder. Tausende Menschen flohen aus ihren Zelten. Weitere Schauer sind zu erwarten, denn in der Region beginnt die Regenzeit. Die EU plant einen Militäreinsatz in Haiti, um Notunterkünfte für die Bevölkerung zu errichten.Wie viele Soldaten entsandt werden sollen, ist noch nicht bekannt.

Die haitianische Regierung erklärte den Freitag zum nationalen Trauertag. In Port-au-Prince wird eine Gedenkfeier abgehalten. Unterdessen warten noch immer zahlreiche Menschen auf Hilfe. Ein verzweifelter Mann beklagt, dass es noch immer nichts gebe, kein Wasser und auch sonst nichts.

Die genaue Zahl der Erdbebenopfer ist noch unklar. Laut Präsident René Préval wurden mindestens 212.000 Menschen getötet. Eine Million Haitianer sind obdachlos und müssen in behelfsmäßigen Zelten leben, rund 250.000 Häuser wurden zerstört, vor allem in der Hauptstadt Port-au-Prince. Um Hilfstransporten ein Vorankommen zu ermöglichen, versuchen Tausende Menschen, Schutt und Trümmer von den Straßen zu räumen. Bulldozer, die diese Arbeit schneller erledigen könnten, sind auch einen Monat nach dem Beben nicht überall vorbeigekommen.

Dennoch: Langsam kehrt so etwas wie Normalität zurück. Rund um die Zeltlager wird Handel getrieben, es gibt Friseure und behelfsmäßige Banken, und an einigen Ständen finden sich von Autobatterien gespeiste Mehrfachsteckdosen, an denen man sein Mobiltelefon aufladen kann.