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Untersuchungsbericht: Eurostar an Chaos vor Weihnachten selbst schuld

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Untersuchungsbericht: Eurostar an Chaos vor Weihnachten selbst schuld

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Viele Passagiere des Eurostar erinnern sich ungern an das Wochenende vor Weihnachten: Mehrere Züge blieben im Tunnel zwischen Frankreich und Großbritannien stecken, der Fahrplan geriet außer Kontrolle, Tausende Reisende in London und Paris mussten tagelang warten. Nun hat eine Untersuchungskommission dem Eurostar ein denkbar schlechtes Zeugnis ausgestellt. Laut dem Bericht der Kommission ist das Unternehmen für das Chaos weitgehend selbst verantwortlich. “Es hat 11 Stunden gedauert, um die Passagiere aus dem Tunnel zu retten, die dort wegen schlechten Wetters festsaßen”, erklärte Christopher Garnett, einer der Experten in der Kommission. “Diese Erfahrungen, vor allem mit dem Zug nach Eurodisney aber auch mit anderen Zügen, hat zu unseren Empfehlungen in dem Bericht geführt.”

Empfohlen wird vor allem die gründliche Modernisierung der Züge und ein klarer Aktionsplan für Notfälle. “Diese Maßnahmen müssen noch vor dem nächsten Winter umgesetzt werden”, betonte Experte Claude Gressier, “damit so etwas kein weiteres Mal passieren kann. Zunächst muss die tägliche Wartung verbessert werden, vor allem bei schlechten Wetteraussichten, man muss sicherstellen, dass die Türdichtungen zum Maschinenraum in gutem Zustand sind, damit kein Schnee eindringen kann, denn das war offenbar nicht bei allen Türen der Fall.”

Mehrere Stunden lang waren die Züge im Tunnel unter dem Ärmelkanal steckengeblieben. Rund 2000 Passagiere saßen bis zu 15 Stunden fest und mussten gerettet werden. Eurostar hatte versucht, einen Teil der Verantwortung auf die Betreiber des Tunnels abzuschieben.