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25 Tote bei Zugunglück bei Brüssel

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25 Tote bei Zugunglück bei Brüssel

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Bei einem frontalen Zusammenstoß von zwei Regionalzügen bei Brüssel sind bis zu 25 Menschen ums Leben gekommen. Endgültige Zahlen gebe es noch nicht, teilte die Brüsseler Staatsanwaltschaft mit. Außerdem wurden viele Menschen verletzt, einige davonm schwer. Notärzte mussten Gliedmaßen amputieren.

Das Unglück ereignete sich zwischen den Bahnhöfen Buizingen und Halle, französisch Hal, 15 Kilometer südwestlich vom Brüsseler Stadtrand. Die beiden Bahnen prallten einen Kilometer vom Bahnhof Halle entfernt frontal zusammen.

Eine Reisende sagte, sie sei im ersten Waggon gewesen. Sie wisse nicht, was passiert sei, alles sei durcheinandergewirbelt, Sachen, Sitze, sie habe wirklich Glück gehabt. Es habe einen starken Aufprall gegeben, erklärte ein anderer Passagier, er sei mit dem Kopf seines gegenüber sitzenden Mitreisenden zusammengeprallt. Er habe nur eine Beule, der andere Mann sei schwerer verletzt. Ansonsten wisse er nicht, was geschehen sei.

Die Wucht des Aufpralls schob die Waggons der Züge nach oben. Die Feuerwehr musste die Passagiere aus den schwer beschädigten Wagen befreien.

Über die Ursache des Unfalls gab es
zunächst keine Informationen. Möglicherweise hat der Zug ein rotes Signal überfahren. Das Unglück ereignete sich während des morgendlichen Berufsverkehrs auf vereisten Gleisen und in dichtem Schneefall. Ein Reisender berichtete, sein Zug habe nicht gebremst.

Die Schwerverletzten wurden an Ort und Stelle behandelt und dann in ein Krankenhaus gebracht. Helfer brachten die Leichtverletzten in ein Sportzentrum in Halle. Die Behörden richteten ein Krisenzentrum ein.

Das Unglück hat auch Auswirkungen für den internationalen Hochgeschwindigkeitsverkehr. Der Verkehr der Thalys-Züge zwischen Brüssel und Paris wurde bis auf weiteres eingestellt. Passagiere, die von Deutschland aus den Thalys nach Paris nutzen wollten, mussten in Brüssel aussteigen. Auch auf der Eurostar-Strecke von Brüssel nach London fahren keine Züge mehr, ab Lille verkehren die Züge verspätet. Die Strecke Paris-London ist nicht betroffen.

Es handelt sich um eines der schlimmsten Zugunglücke in Belgien seit Jahrzehnten. Auch Innenministerin Annemie Turtleboom eilte zur Unglücksstelle. Der flämische Ministerpräsident Kris Peeters sprach von einem “weiteren schwarzen Tag für Flandern”.