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Augenzeugen: Zug aufgefahren ohne zu bremsen

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Augenzeugen: Zug aufgefahren ohne zu bremsen

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Bei dem Zusammenstoß haben sich die beiden ersten Waggons nach oben geschoben, darunter verkeilte sich ein weiterer Wagen. Die Feuerwehr musste mehrere Fahrgäste aus dem Blech schneiden. Notärzte amputierten Gliedmaßen.

Euronews-Korrespondent Sergio Cantone war vor Ort: “Hier, unweit des Bahnhofs von Halle, wurden rund 50 der am schwersten Verletzten notbehandelt. Anschließend wurden sie weitertransportiert in 14 Krankenhäuser der Region. Wie die Rettungskräfte berichteten, waren die Rettungsarbeiten besonders schwierig wegen des ineinander verkeilten Blechs. Es könnten noch immer Leichen in den Waggons liegen. Auch die Identifizierung ist noch nicht abgeschlossen.”

In einem Sportzentrum wurden die Leichtverletzten versorgt und psychologisch betreut. Viele kamen mit einigen Schürfwunden davon, aber mit einem großen Schrecken:

“Ich war gerade eingenickt, da spürte ich eine starke Erschütterung”, berichtet ein Mann, “ich merkte, dass der Zug kippte, und überall waren Trümmerteile. Ich habe gesehen, wie eine Person über mich hinwegflog, dann war alles vorbei und wir lagen auf der Seite.”

Und ein anderer Fahrgast mit verbundenem Kopf erklärt, wie plötzlich die Züge aufeinanderfuhren: “Es gab eine gewaltige Erschütterung, brutal, ohne dass es einen Moment des Bremsens gegeben hätte, und dann ohne oben und unten. Es war im dritten Waggon, wir lagen fast völlig auf der Seite und dann haben wir gewartet, rund eine Dreiviertelstunde.”

Eisige Kälte und andauernder Schneefall behinderten die Bergungsarbeiten. Das Rote Kreuz rief zu Blutspenden auf. Die Behörden richteten ein Krisenzentrum und eine Notrufnummer ein.