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Sparfesseln für Griechenland

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Sparfesseln für Griechenland

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Die EU legt dem Schuldensünder Griechenland die
Sparfesseln an. Der EU-Finanzministerrat beschloss ein ehrgeiziges Sparprogramm und eine strikte Überwachung des Staatshaushaltes.

Bis zum 16. März sei ein Bericht fällig, welche zusätzlichen Maßnahmen noch möglich seien, hieß es in Brüssel. Der österreichische Ressortchef Josef Pröll sagte, man habe den Druck deutlich verstärkt.Unter anderem sei eine Erhöhung der Mehrwertsteuer im Gespräch.

EU-Währungskommissar Olli Rehn, erklärte, die Kommission werde in den nächsten Tagen in Athen vorort sein. Experten der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds würden den Griechen auf die Finger schauen und die eingeleiteten Maßnahmen streng kontrollieren.

An den Finanzmärkten wird der harte Kurs aus Brüssel begrüßt. So könnte das schwer erschütterte Vertrauen in Griechenland möglicherweise langsam wieder aufgebaut werden. Analyst Oliver Roth meinte: “Ich glaube, dass die Sparzwänge, die aktuell von der Europäischen Kommission Griechenland aufgesetzt werden, sicherlich richtig sind. Sie sind zwar sehr ehrgeizig und ich glaube, dass es für Griechenland ein Quantensprung ist, diese Sparzwänge letztendlich umzusetzen.”

Unterdessen forderte die EU Erklärungen von Griechenland, ob und wie das Land sich amerikanischer Banken zur Verschleierung des Defizits bediente. Unter anderem soll Goldman Sachs den Griechen mit sogenannten Swap-Geschäften geholfen haben, die Zahlen zu frisieren.

Die Menschen in Griechenland bereiten sich indes auf weitere Streiks vor. Zöllner und andere Staatsangestellte begannen mit einer dreitägigen Arbeitsniederlegung. Aus Angst vor Engpässen bildeten sich vor den Tankstellen lange Schlangen.