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Wer hat Schuld an Zugunglück in Belgien?

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Wer hat Schuld an Zugunglück in Belgien?

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War es also menschliches Versagen?
Oder doch ein technischer Fehler?
Oder die unglückliche Verbindung von beiden?
Wahrscheinkich letzteres. Wenn es gibt ein System, das Züge automatisch bremst, wenn der Zugführer ein rotes Signal überfahren hat.
Nur war das in einen der beiden Unfallzüge nicht eingebaut.

Von beiden Zügen hat man die Fahrtenschreiber gefunden. Expertenmteams sind bereits bei der Auswertung.

Ein Fakt ist aber schon bekannt:
Die Eisenbahngesellschaft hat sich von 2006 bis 2013 Zeit gegeben, um die automatischen Bremssysteme einzubauen. Darum ist erst ein Drittel funktionstüchtig.

Dafür sind aber Stress und Zeitdruck für die Eisenbahner der Staatsbahn an der Tagesordnung.
Woauf die mit einem Streik nun öffentlich aufmerksam machen wollen. Vielleicht hört ihnen ja nach dem Unglück jemand zu.

Ein Eiserbahner sagt, natürlich müsse am roten Signal jeder Zugführer halten. Aber die seien nunmal Menschen und könnten Fehler machen.
In Bezug auf die automatischen Systeme spricht er
von einer “Lücke, die leider zu langsam geschlossen werde.”

Für diese verspätete Ausrüstung mit moderner Sicherheitstechnik wird von Seiten der Bahn jetzt gar die EU-Kommission verantwortlich gemacht.
In Brüssel wohl irgendwie naheliegend.
Deren umfangreiche Vorschriften sollen Schuld sein.

Die Sprecherin der Staatsbahn spricht erst einmal von dem komplizierten Entscheidungsprozeß, welches der angebotenen Sicherheitssysteme man denn nun nehmen solle. Und warum dauert das alles so lange? Weil das System irgendwie zu den anderen technischen Normen passen müsse.
So habe man sich zwar für das technisch hochwertigere entschieden – das einzubauen brauche aber mehr Zeit.

In Belgien werden Erinnerungen an ein Unglück von 2001 wach. Auch damals übersah ein Lokführer in der Nähe von Brüssel ein Haltesignal und raste auf dem falschen Gleis einem anderen Zug entgegen.
9 Tote.