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Soldaten als Versuchskaninchen

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Soldaten als Versuchskaninchen

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Frankreich hat bei seinen frühen Atomtests die Soldaten vorsätzlich der radioaktiven Strahlung ausgesetzt. Ziel war es, die Reaktion der Truppe in einem Atomkrieg zu untersuchen. Dies geht aus einem geheimen Bericht hervor, aus dem jetzt in Paris in Medien zitiert wird. Beim unterirdischen Atomversuch am 25.

April 1961 wurden einige Soldaten bis auf 275 Meter an das Explosionszentrum herangeführt. Ein ehemaliger Soldat erinnert sich: “ Wir wurden zusammengerufen, um uns die Explosion anzuschauen.”

Ein Kamerad ergänzt: “ Es war gewaltig. Ein General geriet in Panik. Wir wurden behandelt wie Versuchskaninchen. Niemand hat uns etwas gesagt. Wir wussten, es besteht ein Risiko. Die Befehlshaber wussten dies und haben uns nichts gesagt.”

Viele Soldaten erkrankten später an Krebs und anderen Verstrahlungsfolgen. Fünfzig Jahre nach den ersten Atomtest in der algerischen Sahara, Algerien gehörte damals zu Frankreich, will der Staat in diesem Jahr erstmals die Opfer entschädigen. 10 Millionen Euro stehen dafür zu Verfügung.