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Dalai Lama bei Obama

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Trotz harscher Kritik aus China will US-Präsident Barack Obama heute in Washington den Dalai Lama empfangen. Obama hatte erklärt, er sehe einem konstruktiven Dialog mit dem Verfechter der Menschenrechte für das tibetanische Volk entgegen. China hat gedroht, wegen des Besuchs Sanktionen gegen US-Firmen zu verhängen.

Der China-Experte Charles Freeman sagte, für die chinesische Regierung sei der Dalai Lama ein Symbol dafür, dass Tibet ein unabhängiges Land sein könnte. Ein Treffen mit ihm suggeriere also Unterstützung für die Unabhängigkeit.

Allerdings sehe die amerikanische Öffentlichkeit den Dalai Lama wohl eher als religiöse Figur und nicht als politische. Im indischen Exil in Dharamsala entzündeten tibetanische Mönche Feuerwerk und beteten für einen Erfolg bei dem Treffen zwischen Obama und dem Dalai Lama.

Der Dalai Lama lebt seit seiner Flucht aus Tibet 1959 im Norden Indiens im Exil. Er setzt sich für größere Autonomie Tibets ein. Peking wirft ihm Separatismus vor. Der Besuch belaste die Beziehungen zu den USA grundlegend, hieß es in Peking. Sie hatten sich bereits verschlechtert, weil Washington eine rund sechs Milliarden Dollar schwere Waffenlieferung an Taiwan plant.

Aus Protest hat China Anfang des Monats die militärischen Kontakte zu den USA eingefroren. Für weitere Spannungen sorgten chinesische Attacken auf den US-Internetkonzern Google.