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Iran: Brite steckt hinter Mord an Neda

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Iran: Brite steckt hinter Mord an Neda

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Im Iran wird am 20. Juni des vergangenen Jahres, einem Samstag, die Philosophiestudentin Neda erschossen. Augenblicke später steht der verpixelte Film auf Youtube. Und bedrängt das Regime.

Zuerst veröffentlichen Medien das falsche Foto. Dennoch wird die 26-Jährige zur Ikone des Widerstands gegen die möglicherweise gefälschte Präsidentenwahl. Dabei wollte Neda, so sagen Augenzeugen, gar nicht demonstrieren. Sondern nur Luft schnappen.

Im Euronews-Interview weist der Vorsitzende des Iranischen Menschenrechtsrats Mohammad Javad-Larijani nun alle Anschuldigungen zurück. Im Gegenteil, nach seinen Informationen laufe die verantwortliche Person in einer europäischen Hauptstadt frei herum. Die Bitte um Auslieferung sei zurückgewiesen worden.

Das Video habe Millionen nicht nur Menschen im Westen schockiert, es habe auch Millionen Menschen im Iran schockiert, so Laridjani auf Nachfrage. Ein Mann sei in der Nacht zuvor angekommen und am kommenden Tag in eine europäische Hauptstadt zurückgeflogen, mit dem ganzen Film im Gepäck. Dieser Mann wisse alles. Dahinter stecke Großbritannien. Es sollte den Mann vernehmen.

Das britische Innenministerium verweigerte auf Euronews-Anfrage jeden Kommentar. Londons Außenministerium reagierte nicht.

Nach der von Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl vom 12. Juni waren hunderttausende Oppositionsanhänger auf die Straßen gegangen. Mehr als 70 kamen der Opposition zufolge ums Leben. Tausende wurden festgenommen. Bei den Feiern zum 31. Jahrestag der iranischen Revolution vor einer Woche versuchte die Polizei, Proteste schon im Keim zu ersticken.