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Serbien: Zeit ist reif für friedliche Lösung mit Kosovo

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Serbien: Zeit ist reif für friedliche Lösung mit Kosovo

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Vor zwei Jahren hat das Kosovo einseitig seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt.
Seitdem wiederholen beide Seiten immer wieder dieselben Argumente, begründen ihre unterschiedlichen Positionen. Serbiens Außenminister, Vuk Jeremic, erzählte Euronews, dass Belgrad kompromissbereit sei. Und in Pristina sagte Kosovos stellvertretender Ministerpräsident, Hajredin Kuci, dass beide wohl Mitglieder der NATO und der EU werden. Als eigenständige Staaten.

Euronews: Sie wollen Mitglied in der EU werden. Ist das Kosovo dabei für Serbien ein Hindernis?

Vuk Jeremic: Es ist wichtig, dass langfristig Frieden und Sicherheit herrscht. Das ist eine der Voraussetzung, um den Status des Kosovo zu klären. Deshalb bin davon überzeugt, dass alle Parteien motiviert sind, in einem friedlichen Dialog und mit Hilfe der Internationalen Gemeinschaft eine Lösung in dieser Frage zu finden, die dabei unser aller Ambitionen auf eine EU-Mitgliedschaft verbessert. Einseitige Entscheidungen passen nicht ins 21.Jahrhundert.

Hajredin Kuci: Jedermann weiß, dass wir zwischen 2005 und 2009 verhandelt haben. Wir haben damals alles versucht. Wir sind keine Kompromisse eingegangen und nun ist die Sache erledigt. Wir müssen in die Zukunft blicken. Wir brauchen klare Vorgaben für eine regionale Integration und für die EU-Mitgliedschaft.

Euronews: Wenn die Kosovofrage doch so wichtig ist, hat dann nicht das Kosovo ein Veto bei der Frage ihrer EU-Mitgliedschaft?

Vuk Jeremic: Wenn wir wohlwollend miteinander verhandeln, ehrlich miteinander umgehen – wenn wir dann eine Lösung, einen Kompromiss für den Status des Kosovo gefunden haben – das haben wir noch nie versucht. Ich denke, die Zeit ist jetzt reif, um an einer europäischen, friedlichen und demokratischen Lösung für das Kosovo zu arbeiten. Das muss mit kühlem Kopf geschehen. Serbien ist jedenfalls kompromissbereit.

Hajredin Kuci: Ich hoffe, dass jeder versteht, dass die Zukunft unserer Region in der Europäischen Union liegt. Wir hoffen, dass Serbien ebenfalls in die EU kommt. Denn jeder, der prowestlich orientiert ist, achtet regionale Absprachen und internationale Regeln. Es werden auch demokratische Entwicklungen respektiert. Ich hoffe, wir beide werden einmal Mitglieder der EU sein. Jeder als eigenständiger Staat.