Eilmeldung

Eilmeldung

"Shahada": Erstlingswerk mit Migrationshintergrund

Sie lesen gerade:

"Shahada": Erstlingswerk mit Migrationshintergrund

Schriftgrösse Aa Aa

Junge Menschen feiern in einer Berliner Disko. Sie haben Fun. Und sie haben Schuldgefühle. Wegen einer Abtreibung. Wegen ihrer Homosexualität. Wegen eines Streifschusses. Und sie haben einen Hintergrund, der sie trennt: Migration.

“Shahada” bezeichnet auf arabisch den Zugang zum islamischen Glauben. Mit seinem Erstlingswerk ist der 29-Jährige Regisseur Burhan Qurbani zum Festivalliebling auf der Berlinale geworden. Doch der Sohn afghanischer Flüchtlinge will keinen Bären. Sondern wachrütteln: “Natürlich ist unser Film ein Aufruf zum Dialog. Lasst uns miteinander sprechen, lasst uns in die Schulen gehen und uns diskutieren. Und ich fände es großartig, ich gehe nicht davon aus, aber ich hoffe natürlich, dass dieser Film ein junges Publikum erreicht, die dann anfangen zu sprechen, sich zu streiten, zu diskutieren. Das ist das Ziel dieses Films gewesen: Let’s talk.”

Die Schauspieler haben alle unterschiedliche Hintergründe. Und doch eines gemeinsam: Ihr Ringen mit Religion und Tradition. “Wir sitzen hier zu viert und wir haben alle einen anderen Migrationshintergrund und trotzdem sehen wir uns als Deutsche und wir wollen teilhaben an der Gesellschaft, wir wollen was erzählen, wir wollen was bewegen”, sagt die aus Iran stammende Maryam Zaree.

Die Strategien des inneren Spagats der Figuren sind unterschiedlich. Die von Zaree gespielte 19-Jährige wird nach ihrer Abtreibung zur Fundamentalistin. Der geplagte Polizist erhält hingegen die Chance, seine Schuldgefühle zu besänftigen, als er das einstige Opfer seines Schusses wiedertrifft.