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Peking bestellt US-Botschafter ein

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Peking bestellt US-Botschafter ein

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Das offizielle Peking hat das Treffen von US-Präsident Barack Obama mit dem Dalai Lama scharf verurteilt. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums bezeichnete es als “Verstoß gegen die Normen, die internationale Beziehungen regeln”. Der US-Botschafter in Peking wurde vorgeladen. Obama hatte das Oberhaupt der Tibeter trotz chinesischer Proteste im Weißen Haus getroffen. Allerdings gab es keinen gemeinsamen Auftritt vor der Presse.

Der Dalai Lama kritisierte die chinesische Seite: Die chinesische Führung müsse eine ganzheitlichere Perspektive einnehmen, dann werde sie die Realität auch besser verstehen. Wenn man die Probleme nur aus einer Perspektive betrachte, könne man die Realität nicht ganz erfassen. Obama hatte sich noch im vergangenen November geweigert, mit dem Dalai Lama zusammenzukommen, als dieser in den USA war. Damals wollte er angesichts einer Asienreise die Führung in Peking nicht verärgern.

Eine Amerikanerin sagte, es sei wichtig, darüber nachzudenken, wessen Gefühle man verletzen könne und was das für Folgen für zukünftige Beziehungen haben könne. Es sei aber ebenso wichtig der Welt zu sagen, dass die USA irgendetwas nicht täten, weil China es nicht mögen könnte. Die chinesische Regierung wirft dem Oberhaupt der Tibeter Separatismus vor.

Der Dalai Lama lebt seit seiner Flucht aus Tibet 1959 im Norden Indiens im Exil. Er setzt sich für eine größere Autonomie Tibets ein. Die Beziehungen zwischen den USA und China sind in jüngster Zeit erheblich abgekühlt. Gründe sind unter anderem eine US-Waffenlieferung für über sechs Milliarden Dollar an Taiwan und Chinas Zensurmaßnahmen im Internet.