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"Dubai-Gate": Der Ärger mit den Europäern

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"Dubai-Gate": Der Ärger mit den Europäern

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Die so unbeschwert heranschlendernden Herren im Tennis-Dress sollen laut Polizei von Dubai zu einem elfköpfigen Mordkommando gehören. Unbeeindruckt von den allgegenwärtigen Überwachungskameras seien sie ihrem Opfer in den Lift gefolgt, um seine Zimmer-Nummer zu erkunden, heißt es. Das war am 20. Januar 2010.

Für das Opfer wurde eine große Trauerfeier abgehalten. “Abu Abdullah” – so der “Kampfname” des getöteten Hamas-Führers – gilt als einer der Gründer des bewaffneten Armes der radikal-islamischen Organisation. Es heißt, seine Aufgabe sei die Logistik gewesen, daher auch seine häufigen Reisen von Iran bis Nord-Korea, von China bis in die Golfstaaten.

Die Israelis hatten schon länger ein Auge auf diesen Mann, dem der Rechtsmediziner vor Ort schon einen normalen Herzinfarkt bescheinigen wollte. Erst als die Hamas neun Tage später den israelischen Geheimdienst Mossad des Mordes beschuldigte, wurde eine Affäre daraus, die auch als Drehbuch für einen James-Bond-Film herhalten könnte – obwohl die wichtigsten Vokabeln in allen Berichten immer noch “mutßmaßlich” und “verdächtigen” sind. Bewiesen ist bisher nur, dass 11 Personen mit falschen Pässen der EU-Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland und Österreich unterwegs waren und mehrfach von Überwachungskameras des Hotels erfasst wurden.

Das sorgt dafür, dass nun auch die EU dringend an einer Aufklärung des Falles interessiert ist. Im Internet finden sich Fotos der elf Männer mit falschen Pässen. Einer der Ausweise wurde in Köln ausgestellt und dort ermittelt inzwischen auch die Staatsanwaltschaft. Eine israelische Zeitung zeigt die Gesichter der echten israelischen Staatsbürger, deren Identität mißbraucht wurde.

Die britische “Sunday Times” will erfahren haben, dass Mossad-Chef Meir Dagan direkt von Ministerpräsident Netanyahu grünes Licht für die Mord-Aktion bekommen habe. Bei der “Einsatzbesprechung” sollen auch Mitglieder des Killerkommandos anwesend gewesen sein.
Israels Auslandsgeheimdienst mit der Lizenz zum Töten soll zugeschlagen haben, um Waffenlieferungen an Israels Hauptfeinde Hamas und Hisbollah zu verhindern.