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Libysches Ultimatum an Schweiz

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Libysches Ultimatum an Schweiz

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Der Streit um die in Libyen festgehaltenen Schweizer nimmt immer noch eine neue Wendung: Libyen hat am Montag morgen ein Ultimatum gestellt und die Schweizer Botschaft von Polizisten umstellen lassen.

Libyen will, dass Max Göldi, der sich dort aufhält, seine viermonatige Haftstrafe antritt. Göldi war wegen illegalen Aufenthalts im Land verurteilt worden. Sein Anwalt hat jetzt zugesagt, dass Göldi die Haft antritt; er will dann für ihn eine Begnadigung erreichen. Ihm zufolge ist für Göldi im Gefängnis medizinische Betreuung gesichert, ebenso werde ihm ein Übersetzer zur Verfügung stehen. Außerdem dürfe er jederzeit Besuch empfangen.

Rachid Hamdani, der zweite Schweizer, hat die Botschaft bereits verlassen. Er war von allen Vorwürfen freigesprochen worden und kann ausreisen. Libysche Beamte nahmen ihn vor der Botschaft in Empfang; er muss zur Ausreise noch ein Visum erhalten. Hamdanis Anwalt zufolge wird er nach Tunesien reisen, dessen Staatsbürgerschaft er ebenfalls hat.

Beide Schweizer werden seit anderthalb Jahren festgehalten. Auslöser war der Zwischenfall in Genf vom Sommer 2008, als ein Sohn von Libyens Staatschef Muammar Gaddafi festgenommen worden war.