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Siedler besetzen Synagoge in Jericho

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Siedler besetzen Synagoge in Jericho

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Dutzende jüdische Siedler haben am Sonntagabend einen Kontrollpunkt der israelischen Armee in Jericho im Westjordanland durchbrochen und in einer Synagoge die Fahne Israels gehisst. Jericho wird von der Palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet, Israelis haben nur mit Genehmigung Zutritt. Zwischenzeitlich hätten bis zu 50 Aktivisten die Synagoge besetzt, berichteten israelische
und palästinensische Medien. Mindestens 35 Aktivisten wurden festgenommen.

Ebenfalls am Sonntag setzte Israel zwei wichtige Stätten im besetzten Westjordanland auf eine Liste des israelischen Nationalerbes. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, die Patriarchengräber in Hebron und Rachels Grab bei Bethlehem sollten Teil einer Liste von insgesamt etwa 150 Stätten sein, für deren Erhaltung man sich einsetzen wolle.

Der palästinensische Bürgerrechtler Mustafa Barghouti sagte, diese Entscheidung, die Annektierung von Rachels Grab in Bethlehem zeige, dass Israel vor Ort Fakten schaffen wolle. Es wolle Land beschlagnahmen und einen echten Frieden verhindern. Im Vorfeld des Besuchs von Palästinenserpräsident Mahmut Abbas in Paris schlug Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner vor, die Internationale Gemeinschaft solle einen palästinensischen Staat anerkennen, auch wenn er noch keine Grenzen habe.