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Schuhwurf verfehlt Erdogan

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Schuhwurf verfehlt Erdogan

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In Sevilla hat ein Mann einen Schuh auf Recep Tayyip Erdogan geworfen, den türkischen Ministerpräsidenten aber um mehrere Meter verfehlt. Der 27-Jährige habe einen syrischen Pass und sei kurdischer Herkunft, teilte die Polizei mit. Er werde derzeit verhört. Ein weiterer Mann kurdischer Herkunft wurde in Erdogans Hotel vorübergehend festgenommen. Er hatte Erdogan als “Mörder” bezeichnet und “Freiheit für Kurdistan” gefordert. Erdogan hatte zuvor in Madrid Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero getroffen.

Zapatero sprach sich für eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU aus. Allerdings müsse es Fortschritte in Bereichen wie Menschenrechte, Justiz und Gleichberechtigung der Frau geben; zudem müsse die Zypern-Frage gelöst werden.

Die türkische Polizei nahm nach Berichten über Putschpläne gegen die islamisch-konservative Regierung in Ankara und Istanbul mindestens 40 Verdächtige fest, darunter mehrere ranghohe Offiziere. Die türkische Justiz geht seit zwei Jahren gegen mutmaßliche Verschwörer im Militär und im Staatsapparat vor. Eine Verurteilung gab es bislang nicht. Kritiker werfen der Regierung vor, Berichte über Verschwörungen für eine Abrechnung mit der Opposition zu nutzen.