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Google-Manager wegen Gewaltvideos verurteilt

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Google-Manager wegen Gewaltvideos verurteilt

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Ein Gericht in Italien hat drei amerikanische Top-Manager des Internetgiganten Google zu Bewährungsstrafen verurteilt. Grund war ein Videoclip, in dem die Misshandlung eines jugendlichen Autisten in Turin gezeigt wurde. Vier Schüler beleidigten und hänselten den behinderten Jungen, während mehr als zehn Menschen um die Gruppe herumstanden, ohne dass einer von ihnen eingegriffen hätte. Einer der Schläger tat so, als riefe er per Mobiltelefon bei “Vivi Down” an, einer Hilfsorganisation für Menschen mit Down-Syndrom. Diese Organisation war es auch, die Klage gegen Google einreichte.

Die Richter kritisierten, dass der Film nach Protesten nur zögerlich gelöscht worden sei. Die per Mobiltelefon gedrehte Szene stand Ende 2006 fast zwei Monate lang im Internet. Google-Sprecher William Echikson ist mit dem Urteil jedoch nicht einverstanden: “Wenn dieser Richterspruch so stehen bleibt, bedroht das die Freiheit, die das Internet ermöglicht hat. Wenn Seiten wie Blogger und YouTube künftig für jedes Video verantwortlich gemacht werden können, dann ist das das Ende dieser Freiheit. Das Web, wie wir es kennen, wäre dann am Ende.”

Google wurde zudem zu Geldstrafen verurteilt. Der Konzern kündigte an, in die Berufung zu gehen. In italienischen Medien war zu lesen, dies sei “weltweit das erste Mal”, dass die Chefs eines Suchmaschinenbetreibers für Inhalte auf ihrem Portal zur Verantwortung gezogen würden. Damit könne das Urteil zum Präzedenzfall werden.