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Mutmaßliche Putschisten in Türkei vernommen

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Mutmaßliche Putschisten in Türkei vernommen

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Nach ihrer Festnahme sind Dutzende türkische Offiziere wegen angeblicher Putschpläne gegen die islamisch-konservative Regierung von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan vernommen worden. Den Beschuldigten, darunter ranghohe aktive Offiziere und frühere Kommandeure, wird die Beteiligung an einer Verschwörung unter dem Codenamen “Vorschlaghammer” vorgeworfen. Eine türkische Zeitung hatte den aus dem Jahr 2003 stammenden Plan im Januar publik gemacht. Es sei vorgesehen gewesen, mit Anschlägen ein Chaos auszulösen, anhand dessen die Armee die Grundlage für einen Einsatz gegen die Regierung von Erdogan habe schaffen wollen, hieß es.

Gegenüber euronews sagte der Türkei-Experte Andrew Finkel, in den vergangenen Jahren habe die Armee immer wieder versucht, die derzeitige Regierung zu schwächen. Das Militär habe regierungskritische Memoranden herausgegeben, auch im Internet, und es habe versucht, Widerstand im Volk zu organisieren. Offenbar stünden die Offiziere dieser Regierung äußerst kritisch gegenüber. Diese wiederum setze sich zur Wehr und stehe auf dem Standpunkt: “Wenn ihr Recht verletzt, müsst ihr dafür zahlen.”

Die türkische Justiz geht seit zwei Jahren immer wieder gegen mutmaßliche Verschwörer im Militär und im Staatsapparat vor, die eine schleichende Islamisierung der Türkei befürchten. Kritiker werfen Erdogan vor, Berichte über Verschwörungen für eine Abrechnung mit der Opposition zu nutzen.