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"Bitte raub mich aus!"

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"Bitte raub mich aus!"

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Eine ungewöhliche Aufforderung findet sich auf einer niederländischen Webseite: “Bitte raub mich aus!” Die Bezeichnung komt nicht von ungefähr: Auf der Seite werden Einträge offenbar sorgloser Internetnutzer gesammelt, die die weite Welt wissen lassen, dass sie gerade nicht zuhause sind – durch Twitter, das soziale Netzwerk im Internet, das Teilnehmer als öffentliches Tagebuch nutzen. “Please rob me” wurde vergangene Woche von drei Niederländern gestartet. Mitbegründer Barry Borsboom sagt, zu Beginn sei das Ganze ein Spaß gewesen: “Dann wurde uns aber klar, dass es um ein großes Problem geht, nämlich um den Schutz der Privatsphäre. Dafür wollen wir uns einsetzen.”

Und die Idee zeigt Wirkung: Will Kardas aus Kalifornien, der seine Twitter-Einträge bei “Please rob me” wiederfand, meinte, die Webseite habe ihm die Augen geöffnet: “Es ist zwar nicht schön, dass mein Name auf der Liste steht, aber die Seite verbreitet wichtige Informationen.” Etwas skeptisch ist hingegen Almitra Inocenio. “Es ist doch alles möglich”, meint sie. “Vielleicht habe ich fünf Rottweiler. Vielleicht besitze ich Feuerwaffen. Vielleicht wohnen bei mir neun Marines. Das kann man doch nicht wissen.”

Die drei sicherheitsbewussten Niederländer filterten Einträge mit den Wörtern “left home” – “habe die Wohnung verlassen” – aus den Twitter-Einträgen heraus und füllten damit ihre Webseite Please-rob-me. In den USA erklärte ein Sprecher des FBI, der Behörde sei kein Einbruch bekannt, der erfolgt sei, nachdem der Hausbewohner online mitgeteilt habe, dass er nicht zu Hause sei.