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Echtes und Falsches auf dem Laufsteg

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Echtes und Falsches auf dem Laufsteg

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Mailand ist in der Modebranche wieder in Mode. Die “Milano Fashion Week” hat ihre Pforten geöffnet – mit etwas gestrafftem Programm. Doch alles, was in der Branche Rang und Namen hat, geht auf den Laufsteg der norditalienischen Metropole. 57.000 Modefirmen halten Italiens Fashion-Fahne hoch. Gut 650.000 Menschen verdienen ihre Brötchen mit Hemden, Hosen, Röcken oder Blusen. In dieser einen Woche in Mailand macht Italiens Modeindustrie die Hälfte des Saison-Umsatzes – in diesem Fall für die Herbst/Winter-Saison 2010/2011.

Die Modewoche ist aber auch ein gefundenes Fressen für Fälscher. Nach Gewerkschaftsangaben setzen diese sieben bis acht Milliarden Euro um. Durch Fälschungen gehen in Italien etwa 4.000 Jobs verloren und dem Fiskus entgehen 21 Prozent der Umsatzsteuer aus dem Modebereich. “Für Fälschungen gibt es in Italien einen großen Markt”, erklärt Gewerkschaftsvertreter Armando Brancchini. “90 Prozent der Plagiate werden in China produziert. Wir verlangen deshalb strengere Zollkontrollen in Europa.”

Nicht nur die Wirtschaftskrise hat der Modebranche zugesetzt, auch die Fälscher. Im vergangenen Jahr mussten in Italien rund 2.000 Modefirmen die Nähmaschinen für immer abstellen. Da mag es überraschen, dass sich ausgerechnet die italienische Modebranche als einer der ersten Wirtschaftszweige aus dem Sumpf gezogen hat.