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Frankreich und Ruanda wollen Neubeginn

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Frankreich und Ruanda wollen Neubeginn

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Nicht mit einer Entschuldigung, aber mit einer symbolischen Verbeugung haben Frankreich und Ruanda einen Schlussstrich unter ihre diplomatische Eiszeit gezogen. Vor gut drei Jahren hatte Ruanda seine Beziehungen zur früheren Kolonialmacht abgebrochen. Hintergrund war der Völkermord von 1994. Beide Seiten hatten einander Mitschuld unterstellt, Aufklärung gab es nur ansatzweise. Nun aber wollen die beiden Länder wieder diplomatische Beziehungen pflegen. “Das, was passiert ist, verpflichtet die internationale Gemeinschaft, darunter auch Frankreich, über ihre Fehler nachzudenken”, sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy in der ruandischen Hauptstadt Kigali.

Das, was passiert ist, sah Sarkozy beim Besuch einer Gedenkstätte in Kigali. Im Jahr 1994 waren 800.000 Menschen in drei Monaten hingemetzelt worden. Die meisten Opfer waren Tutsi, viele der Täter Hutu. Ruanda warf Frankreich vor, die Hutu-Milizen ausgebildet zu haben. “Ruanda und Frankreich hatten eine schwierige Vergangenheit, aber wir sind heute hier, um eine neue Partnerschaft und Beziehung aufzubauen”, sagte der Gastgeber, Ruandas Präsident Paul Kagame.

Auslöser des Völkermordes war ein tödlicher Anschlag auf das Präsidentenflugzeug. Ein französischer Richter hatte die nun amtierende Tutsi-Führung um Präsident Kagame der Tat beschuldigt. Daraufhin verbannte Kagame nicht nur Pariser Diplomaten, sondern auch deren Sprache. Nach Sarkozys Besuch soll Französisch in Ruanda wieder unterrichtet werden.