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Griechen in der Klemme - deutsche Banken zugeknöpft

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Griechen in der Klemme - deutsche Banken zugeknöpft

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Griechenland droht eine Kreditklemme. Zumindest viele große deutsche Banken haben als Abnehmer für die dringend benötigten neuen Staatsanleihen bereits abgewunken. So auch die beiden Immobilien- und Staatsfinanzierer Eurohypo und Hypo Real Estate (HRE), die bisher die größten Positionen in griechischen Staatspapieren halten.
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hielt sich nach einem Treffen mit Regierungsvertretern in Athen bedeckt.

Deutsche Banken haben geschätzt rund ein Zehntel des griechischen Defizits im Portfolio. Das Land hat mehr als 300 Milliarden Euro Schulden.

Ministerpräsident Georgios Papandreou:

“Für Griechenlands Schulden wird kein anderes Land aufkommen, soviel ist sicher. Niemand anderer kann uns als diesem Schlammassel rausholen als wir selber. Mehr noch: Wir müssen unsere hausgemachten Probleme selber lösen – das ist eine Frage von Ehre und Stolz.”

Papandreou reist in einer Woche in Berlin.

Krisenmanagement tut not.

Im deutsch-griechischen Verhältnis knistert es.
So hatte im griechischen Parlament eine Koalition aus Kommunisten und Ultra-Konservativen deutsche Reparationszahlungen für den Zweiten Weltkrieg gefordert.

Und an den internationalen Finanzmärkten wird bereits auf eine Staatspleite Griechenlands spekuliert – seit November hat der Euro deshalb mehr als zehn Prozent verloren.

Griechenland ist zur Zeit das schwächste
der 16 Euro-Länder. Im Staatshaushalt klafft ein Loch von fast 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die Regierung will mit einem “Schock-Sparplan” die drohende Zahlungsunfähigkeit des Landes abwenden.