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Großbritannien präzisiert Sterbehilferegeln

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Großbritannien präzisiert Sterbehilferegeln

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Großbritannien hat seine Richtlinien für Sterbehilfe präzisiert. Diese Richtlinien des Generalstaatsanwalts sind eine Hilfe für Strafverfolger. Sie nennen Gründe, Sterbehilfe bei unheilbar Kranken juristisch zu verfolgen – oder eben auch nicht. Auslöser war der Fall Debbie Purdy. Sie hat Multiple Sklerose und wollte vor Gericht klären, ob ihr Mann als Sterbehelfer mit Strafe rechnen müsste, sollte er sie zum Beispiel zum Sterben in die Schweiz begleiten. Von der Neuregelung ist sie nun sehr angetan. “Großartig”, meint sie. “Mehr ist wohl auch nicht möglich. Das Gesetz, auf dem alles beruht, stammt schließlich aus dem Jahr 1961, es ist älter als ich.”

Im Kern der neuen Regelungen steht die Frage, ob der Sterbehelfer aus Mitgefühl handelt oder von dem Todesfall vielleicht doch einen Nutzen hat. Gegner der Regelung haben jedoch ihre Befürchtungen, so etwa die Spastikerin Margie Woodward: “Behinderte könnten überzeugt werden, dass ihr Leben nicht lebenswert ist. Aber das ist es!”

Die neuen Richtlinien gelten für England und Wales; Schottland hat sein eigenes Rechtswesen. Sterbehilfe bleibt auch jetzt strafbar und mit langer Haft bedroht. Aber die Ankläger haben einen Spielraum, der nun genauer umrissen ist.