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Muslime in der Schweiz kritisieren Gaddafis Aufruf zum Dschihad

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Muslime in der Schweiz kritisieren Gaddafis Aufruf zum Dschihad

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Die in der Schweiz lebenden Muslime werden dem Aufruf des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi zum Heiligen Krieg gegen die Alpenrepublik nicht folgen. Dies geht aus Äußerungen mehrerer Vertreter der dortigen muslimischen Gemeinschaft hervor. Ein früherer Sprecher der Moschee in Genf sagte, die Wut Gaddafis auf die Schweiz mache ihn hysterisch.

In der Alpenrepublik leben etwa 400.000 Muslime unterschiedlicher Herkunft. Sie stammen vom Balkan, aus der Türkei oder aus Nordafrika. Der Imam von Genf, Youssef Ibraim, kritisierte, dass sich Gaddafi in dem Konflikt zwischen den beiden Staaten des Islams bediene. Die Situation der in der Schweiz lebenden Muslime sei ohnehin schwierig und es sei ein Fehler, diese in einen weiteren Konflikt hineinzuziehen. Ein in Genf lebender Muslim sagt, er sei fassungslos und glaube nicht, dass jemand Gaddafis Aufruf folgen werde.

Zum Hintergrund des Konflikts gehört die vorübergehende Festnahme eines Sohnes Gaddafis im Sommer 2008 in der Schweiz. Von den Vereinten Nationen in Genf hieß es, die Erklärungen Gaddafis seien untragbar.