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Nach dem Beben: Übernachten im Freien

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Nach dem Beben: Übernachten im Freien

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Aus Angst vor weiteren Beben haben viele Chilenen die Nacht zum Sonntag im Freien verbracht. Mehr als siebzig Nachbeben mit einer Stärke von über 4,9 wurden inzwischen registriert. Selbst in der 300 Kilometer nördlich des Epizentrums gelegenen Hauptstadt Santiago geht die Angst um: “Wir wollen nicht in die Gebäude. Wir gehen nur kurz auf die Toilette, ansonsten bleiben wir die Nacht über draußen”. berichtet Rosa Celedon. “Wir sind zu zwölft, wir wohnen im dritten Stock. Ich habe furchtbare Angst”, schildert Roger Ramirez seine Lage.

Das Epizentrum des Bebens von der Stärke 8,8 lag an der chilenischen Pazifikküste. Das Küstenstädtchen Dicheto, das rund 40 Kilometer südlich des Epizentrums liegt, wurde von dem Beben besonders schwer getroffen. Zahlreiche Gebäude und Brücken sind eingestürzt. Die chilenische Regierung schätzt, dass im ganzen Land rund anderthalb Millionen Wohngebäude beschädigt wurden. Die Lage sei schlimmer als befürchtet, erklärte Bauminister Sergio Bitar. Die Schäden ließen sich nicht rasch beheben. Vier Kupferbergwerke mussten ihre Förderung einstellen. Chile ist der größte Kupferproduzent der Welt.

Die Zahl der Toten dürfte weiter steigen. Nach bisherigen Erkenntnissen sind bereits mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Es war das fünft-schwerste Erdbeben seit 1900 weltweit.