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Chile - zwei Tage nach dem großen Beben

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Chile - zwei Tage nach dem großen Beben

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Ein Amateurvideo aus dem Ferienzentrum Vina del Mar zeigt das Beben in Chile in seiner ganzen Wucht. Fachleute sprechen von einem “Mega-Beben”. Zwei Erdplatten hatten sich rund acht Meter ineinander verhakt. Zum Vergleich: Beim Beben von Haiti waren es nur zwei Meter. Das Epizentrum lag 35 Kilometer tief in der Erde. Vom Beben betroffen wurden rund 80 Prozent des chilenischen Territoriums.

Der Archipel “Juan Fernandez”, rund 800 km vor der Küste gelegen, wurde von Tsunami-Wellen geradezu überflutet. Zum Archipel gehört auch die Robinson-Crusoe-Insel. Die knapp 700 Einwohner hatten zunächst nur leichte Erdstöße verspürt. Eine offizielle Tsunami-Warnung kam aber nicht. Die Behörden hatten drei Stunden nach dem Beben eine Tsunami-Gefahr sogar noch ausgeschlossen. Erst als die Wellen immer höher aufliefen, ließ der Bürgermeister die Sirenen heulen. Wer die Schuld an diesem fatalen Fehler trägt, darüber streiten jetzt das Zentrum für Katastrophenschutz und die Marine.

Das Dorf Dichato an der chilenischen Küste wurde von den Wellen dem Erdboden gleichgemacht. Am schlimmsten betroffen war die Stadt Concepcion, in deren Einzugsbereich rund eine Million Menschen leben. Auch der Colonel, der die hier eingesetzten Armeeinheiten befehligt, spricht von einer nicht abzusehenden Zahl von Vermissten, die noch unter den Trümmern liegen dürften. Auch er betont die verheerende Wirkung der Welle, die 25 Minuten nach dem Beben das Land erreichte.

Das Epizentrum lag sehr nahe bei der Stadt Concepcion, daher auch die ungeheure Kraft, mit der das Meer auf das Land schlug. Ein Überlebender spricht von einer acht bis zehn Meter hohen Welle, die viele Häuser mit sich fort riss, darunter seines, und jene seiner Mutter und einer Tante.

Rund zwei Millionen der insgesamt 17 Millionen Chilenen wurden von dem Beben und dem Tsunami betroffen. Dabei ist die Gefahr noch nicht vorbei. Nach dem letzten großen Beben hatte es noch 2 Monate lang Nachbeben gegeben.