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EU an Griechenland: Kein Geld, nur mahnende Worte

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EU an Griechenland: Kein Geld, nur mahnende Worte

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Die EU drängt das überschuldete Griechenland weiter zu verstärkten Anstrengungen, seine Krise selbst zu bewältigen.

In Athen setzte sich EU-Währungskommissar Olli Rehn dafür ein, dass Athen alle Register zieht, um das gigantische Haushaltsdefizit von knapp 13 Prozent zu drücken:

“Zusätzliche Konsolidierungsmaßnahmen müssen das Ziel sicherstellen: Vier Prozentpunkte weniger Defizit noch im Jahr 2010.”

Griechenland hat mehr als 300 Milliarden Euro Schulden. Mit einem harschen Sparplan will die Regierung die drohende Zahlungsunfähigkeit
des Landes abwenden.

“Die Krise in unserem Land betrifft doch nicht nur unseren Staatshaushalt,” so Ministerpräsident Georgios Papandreou nach einem Kabinettstreffen,
“Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Und die Zeit drängt, die Dimensionen sind dramatisch.”

Unterdessen reagierte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel auf wachsenden Widerstand aus der Bevölkerung gegen Vorschläge, Griechenland durch finanzielle Unterstützungsmaßnahmen aus der Patsche zu helfen:

“Wir haben einen Vertrag, in dem heißt es, dass es nicht die Möglichkeit gibt, Staaten herauszukaufen, ihnen aus der Klemme zu helfen. Das heißt, wir können Griechenland im Moment dadurch am besten helfen, dass wir deutlich machen, Griechenland soll seine Hausaufgaben machen.”

In Medienberichten hatte es am Wochenende geheissen, staatliche Banken aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden planten Stützungskäufe griechischer Staatspapiere.

Griechenland hatte in den vergangenen zehn Jahren das wahre Ausmaß seiner Schulden und Defizite verschleiert und damit 2001 den Beitritt zur Euro-Zone erreicht. Jetzt werden die Risikozuschläge für griechische Anleihen zur Zerreissprobe für den Euro.