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"Xynthia" tobt sich über Westeuropa aus

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"Xynthia" tobt sich über Westeuropa aus

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Das Sturmtief “Xynthia” hat bei seinen Zug über Westeuropa eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Besonders schwer betroffen war Frankreich. Hier starben 47 Menschen. An der Atlantikküste wird jetzt die Frage gestellt, inwieweit geltende Bauvorschriften eingehalten wurden. Wurden sie bewusst umgangen, um gut zahlenden Interessenten den Traum vom Häuschen am Strand verwirklichen können? Waren die Deiche nicht stabil genug oder standen die Häuser zu nah an der Küste?

Die französische Regierung sprach von einer nationalen Katastrophe und stellte eine Million Euro Soforthilfe zur Verfügung. Außerdem will sich Frankreich um Unterstützung aus dem Europäischen Solidaritätsfonds bemühen. Am Montagmorgen waren noch immer eine halbe Million Haushalte ohne Strom. “Xynthia” war für Frankreich das schwerste Unwetter seit mehr als zehn Jahren.

In Belgien wurde ein Mann in seinem Garten von einem umfallenden Baum erschlagen. “Xynthia” fegte vor allem über das Zentrum und den Süden Belgiens hinweg. Überall wurden Bäume entwurzelt, Dächer abgedeckt und Überlandleitungen abgerissen. In Deutschland sorgte das Sturmtief für ein Verkehrschaos. Auf dem Frankfurter Flughafen fielen 242 Starts und Landungen aus. In mehreren Bundesländern wurde der Zugverkehr komplett eingestellt, weil Bäume auf die Gleise gefallen waren. Aus Sicherheitsgründen wurde die Autobahn A3 bei Frankfurt gesperrt, ebenso wie zahlreiche Bundes- und Landesstraßen in ganz Deutschland. Mindestens sechs Menschen starben, zumeist wurden sie von umfallenden Bäumen erschlagen.