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Annäherung zwischen Russland und Frankreich

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Annäherung zwischen Russland und Frankreich

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Russlands Präsident Dmitri Medwedew ist am Montag zu einem Staatsbesuch in Paris eingetroffen. Bei den Gesprächen mit seinem französischen Kollegen Nicolas Sarkozy ging es unter anderem um den Atomstreit mit dem Iran. Frankreich befürwortet Sanktionen gegen Teheran, Russland lehnte ein solches Vorgehen ab, jedenfalls bis jetzt. Denn nun schlug Medwedew andere Töne an. “Russland ist bereit, die Frage der Sanktionen zu diskutieren”, sagte er. “Aber man muss dabei sehr vorsichtig und klug vorgehen. Denn Sanktionen dürfen keine Nachteile für Zivilisten mit sich bringen.”

Außerdem ging es um den umstrittenen Verkauf von französischen Kriegsschiffen vom Typ Mistral an Russland. Viele NATO-Staaten haben schwere Bedenken gegen das Geschäft. Sie befürchten einen Technologietransfer, der den Interessen der NATO schaden könnte. Eine definitive Einigung wurde bei den Gesprächen zwischen Medwedew und Sarkozy nicht erzielt, aber, so der französische Präsident, Frankreich und Russland hätten beschlossen, exklusive Verhandlungen über den Verkauf von vier Schiffen vom Typ Mistral zu führen. Es liege im Interesse Europas, nicht in die Zeit des Kalten Krieges zurückzufallen.

In einer anderen Frage gab es eine konkrete Übereinkunft: Das französische Unternehmen GDF Suez erhält neun Prozent an der Gaspipeline Nord Stream. Vertreter von GDF Suez und dem russischen Konzern Gazprom unterzeichneten eine Absichtserklärung, wonach der französische Konzern bei Gazprom ab 2015 weitere 1,5 Milliarden Kubikmeter Gas erwerben will. Details dazu sollen noch verhandelt werden.