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Arbeitslosigkeit bringt Spanien unter Reformdruck

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Arbeitslosigkeit bringt Spanien unter Reformdruck

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Die Zahl der Arbeitslosen in Spanien ist im Februar weiter gestiegen. Gegenüber dem Vormonat gab es ein Plus von zwei Prozent auf gut vier Millionen. Die Arbeitslosenquote gaben die Behörden nicht bekannt, sie dürfte aber bei rund 19 Prozent liegen – Tendenz weiter steigend. Von den Spaniern unter 25 Jahren sind sogar mehr als doppelt so viele ohne Jobs.

Nun will die Regierung Zapatero mit einem Reformprogramm gegensteuern.

Finanzielle Anreize sollen Unternehmen dazu bewegen, mehr Fest- als Zeitarbeitsverträge anzubieten. Gleichzeitig sollen die Mehrwertsteuer auf Renovierarbeiten gesenkt und der Kündigungsschutz heruntergefahren werden.

Viele Jobsucher sind deprimiert.
“Ich sehe die Zukunft dieses Landes sehr düster, sagte ein Mann vor einem Arbeitsamt in Madrid, “jetzt haben nur noch sehr wenige Menschen einen Job. Jeden Tag das gleiche Bild hier.”

Eine Frau beklagt Ineffizienz bei den Arbeitsvermittlern:

“Wir warten seit drei Stunden darauf, dass uns die Jungs ein Stück Papier mit einer Nummer geben. Wer keinen Schnipsel abkriegt, muss am nächsten Tag wiederkommen und so weiter, und so weiter….”

Spaniens Wirtschaft war nach einem Jahrzehnt des Baubooms abgestürzt – Strukturreformen hatte man gleichzeitig vernachlässigt.

Die Regierung will mehr als 50 Milliarden Euro sparen und so das Haushaltsdefizit bis 2013 von gut 11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf drei Prozent drücken – um ein griechisches Drama zu vermeiden.