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Parlament versteigert ungeliebte Körperscanner

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Parlament versteigert ungeliebte Körperscanner

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Das Europäische Parlament stößt seine Ladenhüter ab: Sechs Körperscanner standen bis zu diesem Montag in Internet zum Gebot. Sie verstaubten seit Jahren ungenutzt in den Kellern in Straßburg und Brüssel. Inzwischen gelten sie als veraltet.

Die Parlamentsverwaltung hatte die Geräte einst nach den Anschlägen vom 11. September 2001 für rund 120.000 Euro pro Stück angeschafft. Nun wurden sie für nur rund die Hälfte als Mindestgebot im Internet versteigert.

Für viele Abgeordnete sind die Scanner im Parlament ein Ärgernis. Sie wussten lange gar nichts von ihrer Existenz. Und schließlich hat das Parlament erst vor kurzem einen Vorstoß der EU-Kommission gestoppt, Nacktscanner für den Einsatz an europäischen Flughäfen freizugeben.

“Wir alle haben gesagt, dass wir nicht gegen Körperscanner als solche sind, aber dass Kriterien zu ihrem Gebrauch festgelegt werden sollen und die Privatsphäre der Passagiere geschützt werden muss. Das selbe gilt natürlich auch für Körperscanner im Europa-Parlament. Es war eine große Überraschung, als wir herausfanden, dass das Parlament selbst einige Körperscanner angeschafft hatte”, erklärt die liberale Abgeordnete Jeanine Hennis-Plasschaert.

Ein Schlussstrich ist der Verkauf nicht: Nach dem vereitelten Anschlag im Dezember ist die Frage von Körperscannern in Flughäfen wieder verstärkt in den Blick gerückt.