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Chile: Die Opfer des Tsunamis

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Chile: Die Opfer des Tsunamis

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Dem Erdbeben, vor allem aber dem darauffolgenden Tsunami, sind seit Samstag in Chile mindestens 800 Menschen zum Opfer gefallen. Die Regierung hat 14.000 Soldaten in die Küstenregion entsandt, um die Hilfe zu organisieren und weitere Plünderungen zu unterbinden.

“Es war schrecklich. Drei endlose Minuten. Dann kam die Welle. Die Autos dort standen auf dem Parkplatz, jetzt liegen sie hier” sagt ein Mann.
Und ein Erdbebenopfer klagt:
“Das einzige, was sie herschicken, ist die Armee, wie in der Diktatur. Dieses Erdbeben war schlimmer als die Diktatur.”

Vier Tage nach dem Beben wird Kritik an der Präsidentin Michelle Bachelet sowie am Militär laut, die nach dem Erdbeben die Tsunami-Warnung wieder zurückzogen. Wenige Stunden später kam eine zehn Meter hohe Welle und strömte zwei Kilometer weit ins Land.

“Wir haben der Präsidentin nicht klar genug gesagt, ob sie die Tsunami-Warnung aufrechterhalten soll. Wir sind mitverantwortlich dafür. Das sage ich ganz ehrlich. Wir bedauern das sehr”, erklärt Admiral Edmundo Gonzalez. Der Tsunami zerstörte, was nach dem Beben noch stand.

“Ich musste meine Tochter identifizieren. Sie starb neben mir. Das Haus ist über uns eingestürzt. Wir sind aus Santiago und kommen immer im Sommer hierher. Sechs meiner Angehörigen sind gestorben”, sagt eine Frau.

Tausende Einwohner vor allem der Küstenregion Maule und dem teilweise zerstörten Badeort Concepción leben derweil noch immer in Zelten und warten auf Hilfe. Und auf 200 Kilometern Länge suchen Rettungsmannschaften im Küstenstreifen weiterhin fieberhaft nach Überlebenden des Tsunamis.