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EU gestattet Anbau von Gen-Kartoffel

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EU gestattet Anbau von Gen-Kartoffel

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Sechs Jahre lang hat die EU-Kommission eine Kartoffel geprüft – nun darf sie angebaut werden: Freilich handelt es sich nicht um eine normale, sondern um eine genveränderte Kartoffel des deutschen Herstellers BASF mit dem Namen “Amflora”.

Nicht alle EU-Mitglieder wollen diese Kartoffeln zulassen: Österreich und Italien haben bereits nationale Anbauverbote angekündigt. Die meisten Staaten sind noch unschlüssig, nur Deutschland, Schweden, die Niederlande und Tschechien haben keine Probleme mit den Gen-Kartoffeln.

Die EU-Kommission hält Amflora für unbedenklich. “Nach heutigem Wissensstand gibt es keine Risiken für den Menschen”, sagt Frédéric Vincent, ein Kommissionssprecher; “was den Verzehr der Kartoffel als auch ihre Nutzung in der Industrie betrifft.” Tatsächlich wird Amflora hauptsächlich für die Herstellung von Industriestärke verwendet, etwa für die Papierproduktion. Die Abfälle können als Futtermittel genutzt werden.

Dennoch sind Umweltschützer empört, so der französische Bauernführer und EU-Abgeordnete José Bové. Er befürchtet vor allem, dass die Böden kontaminiert werden könnten: “Wenn man auf einem Feld Gen-Kartoffeln anbaut und im nächsten Jahr eine andere Sorte, wird diese verunreinigt, weil immer ein paar Kartoffeln im Boden zurückbleiben.”

Greenpeace zeigte sich schockiert darüber, dass die EU erstmals seit zwölf Jahren eine genveränderte Pflanze zulässt. Und manche Kritiker halten Amflora für überflüssig. Sie argumentieren, dass es bereits Kartoffeln mit entsprechenden Eigenschaften gebe – ganz ohne Genveränderung.