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Gen-Kartoffel-Genehmigung erntet heftige Kritik

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Gen-Kartoffel-Genehmigung erntet heftige Kritik

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Die Zulassung für die genmodifizierte Kartoffel Amflora ist vielen übel aufgestoßen. Die EU-Kommission hatte am Dienstag den Anbau in Europa genehmigt. Amflora ist ein Produkt von BASF und dient wegen ihres hohen Stärkegehalts zur Papier- und Klebstoffherstellung. Rückstände aus der Verarbeitung werden aber auch als Tierfutter verwendet. Wegen eines Gens für Antibiotikaresistenz in der Kartoffel fürchten Wissenschaftler und Umweltschützer unnötige Risiken:

“Greenpeace ist gegen diese Kartoffel, vor allem, weil es völlig nutzlos ist, mit dem antibiotikarestistenten Gen eine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier und für die Umwelt zu riskieren”, erklärt Marco Contiero von Greenpeace Europa. “Es sind schon längst konventionelle, nicht genmodifizierte Kartoffeln auf dem Markt mit dem selben erhöhten Stärkegehalt wie die BASF-Kartoffel, die genutzt werden können, ohne irgendjemanden in Gefahr zu bringen.”

Die Zulassung ist auch in den EU-Mitgliedsstaaten umstritten. Österreich und Italien beabsichtigen ein Moratorium. Willy De Greef von EuropaBio, dem europäischen Verband der biotechnologischen Agrarindustrie, beschwichtigt: “Da wird viel durcheinander geworfen. Das antibiotikaresistente Gen in dieser Kartoffel führt nur zu einer Resistenz gegenüber sehr alten Antibiotika-Klassen, die nicht mehr signifikant beim Menschen eingesetzt werden. In Wirklichkeit könnten Sie dieses besondere Gen in jedem Stückchen Boden finden, wenn sie hier in diesem Garten, in dem ich gerade stehe, graben.”

Die Amflora-Gegner fürchten, dass Kartoffeln, die im Boden zurückbleiben, gentechnikfreie Saat beeinträchtigen können – und dass übers Tierfutter doch Gentechnik in die Nahrungskette eingeschleust werden könnte…