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Menschenrechtsgerichtshof verhandelt Yukos-Zerschlagung

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Menschenrechtsgerichtshof verhandelt Yukos-Zerschlagung

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Der Fall Yukos ist jetzt ein Fall für den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. An diesem Donnerstag fand in Straßburg die erste Anhörung statt. Aktionäre des einstigen russischen Ölkonzerns werfen Russland die Verletzung ihrer Eigentumsrechte vor. Der Staat habe mit einer politisch motivierten Steuernachforderung das profitable Unternehmen in den Konkurs getrieben und sie mit der anschließenden Zwangsversteigerung praktisch enteignet.

Die Kläger fordern vom russischen Staat Schadensersatz in Höhe von umgerechnet rund 70 Milliarden Euro – die höchste Entschädigungssumme, die je vor dem Gericht verhandelt wurde.

Derweil muss sich der ehemalige Yukos-Chef Michail Chodorkowski in einem zweiten Prozess in Moskau verantworten: Diesmal werden ihm Öldiebstahl und Geldwäsche angelastet. Er sitzt bereits eine achtjährige Gefängisstrafe wegen Steuerhinterziehung und Betrugs ab.

Der Konzern war 2006 liquidiert worden. Chodorskowski und die Yukos-Aktionäre sehen hinter der Zerschlagung rein politische Gründe. Chodorkowski hatte sich damals politisch gegen Präsident Putin engagiert.

Der Prozess in Straßburg wird sich über mehrere Monate hinziehen.