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Am 7.März wird im Irak gewählt

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Am 7.März wird im Irak gewählt

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Es ist die zweite Wahl seit dem Sturz von Saddam Hussein. Die religiösen Schiiten-Parteien, die 2005 Nuri al-Maliki zum Regierungschef gekürt haben, dürften wieder die meisten Stimmen bekommen.
Dass hinter einigen dieser Schiiten-Parteien der Iran steht, befürchten sowohl die Sunniten als auch einige amerikanische Beobachter.

18, 9 Millionen Wähler werden im Irak an die Urnen gerufen, 1,4 Millionen Iraker wählen im Ausland die 325 Abgeordneten des Parlaments.
8 Sitze sind für Minderheiten reserviert und 82 für Frauen.

Es dürfte das letzte mal sein, dass so über eine Quote eine echte Beteiligung der Frauen am politischen Prozeß garantiert wird. Nach offiziellen Angaben sind unter den rund 6.000 Kandidaten landesweit 1.800 Frauen. Alle Parteien, auch die konservativen und religiösen, haben Frauen auf ihren Listen – sicher unterschiedlich gut plaziert.

Die Sunniten hatten 2005 die Wahlen boykottiert. Unter Saddam Hussein waren diese 23,6 Prozent der Bevölkerung die bevorzugte Volksgruppe.
Diesmal beteiligen sie sich – und zwar sowohl mit einer eigenen Liste als auch in verschiedenen Koalitionen.
Die vier wichtigsten Wahlbündnisse auf einen Blick.
Da wäre zunächst der scheidende Regierungschef Maliki mit seiner “Allianz für den Rechtsstaat” aus 40 schiitischen und sunnitischen Bewegungen.
Dann díe” Sunnitische Konsensfront” in der ausßschließlich sunnitische gruppierungen vertreten sind. An 3. Stelle die “Irakische Nationale Allianz”, in der sunnistische Stammesführer ebenso vertreten sind wie der radikale schiitische Prediker a-Sadr und schließlich die Koalition der Kurden, in der sich die zwei Parteien zusammengefunden haben, die im Norden des Irak domminieren.

Die Iraker hoffen vor allem auf eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen, auf Strom- und Wasserversorgung und eine funktionierende Verwaltung.
Korruption, obwohl allgegenwärtig, wird kaum thematisiert. Das könnte daran liegen, dass kaum ein bisher schon aktiver Politiker eine saubere Weste hat.

Und natürlich bleibt Sicherheit ein Hauptthema.
Wenn die ausländischen Soldaten das Land verlassen, dann werden die 750.000 irakischen Soldaten und Polizisten allein für die Sicherheit ihrer Landsleute zu sorgen haben.
Wie gut das klappt, wird auch von der Stabilität der aus diesen Wahlen hervorgehenden Regierung abhängen.

2.14