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Sunniten nehmen diesmal an Parlamentswahl teil

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Sunniten nehmen diesmal an Parlamentswahl teil

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Dies ist das Grab von Iraks Langzeitdiktator Saddam Hussein, hingerichtet vor gut 3 Jahren.
Die hier beten, sind sicherlich Sunniten, unter Saddam die bevorzugte Volksgruppe. Als sich das Blatt wendete, wurden aus den Ersten im Lande die Letzten. Mit der Folge, dass sich die Sunniten an der vorigen Parlamentswahl nicht beteiligten.
Dies ist Munaf Ali al-Nada, Chef des Stammes, zu dem auch Saddam gehörte und Kandidat zur Parlamentswahl am 7. März, er sagt:
“ Vor vier Jahren nahmen wir an der Wahl nicht teilweil wir vom politischen Prozeß nicht überzeugt waren.” Dann stellt er die rhetorische Frage, was sinnvoller sei: Für eine geschlossene Liste zu stimmen oder für eine bestimmte Person.

Hier protestieren Sunniten gegen die Entscheidung der gegenwärtig von Schiiten dominierten Regierung, einige ehemalige Mitglieder von Saddams Baath-Partei von der Teilnahme an der Wahl auszuschließen.

Dr sunnitische Stammesführer Ahmed Jasir meint, es sei für ihn und die Seinen nicht sinnvoll, länger abseits zu stehen. Alle Stammesführer sollten sich an der Rehabilitierung des Landes beteiligen, nach allem was die Okkupation dem Irak gebracht habe.
Darum, so wörtlich, “sollten wir unsere Leute auffordern, wählen zu gehen, um wenigsten ein Minimum von dem zu erreichen, was ihnen wichtig ist.”

Das Land ist in 3 große ethnische und religiöse Gruppen geteilt. Die Schiiten machen 60 % der Bevölkerung aus, die Sunniten gut 20 % und die Kurden 17 %. Es wird erwartet, dass die meisten Wähler sich für Kandidaten ihrer Volksgruppe, bzw. ihrer Religion entscheiden.
Am meisten hatte 2005 die Minderheit der Kurden von der Wahlboykott der Sunniten profitiert.
Die Kurden sitzen jetzt neben den Schiiten in der Regierung. Ihr Vertreter betont, die Kurden würden auch bei der Aufstellung der neuen Regierung eine vitale Rolle spielen. Er meint, es könnte ihnen durch eine Koalition gelingen, jene Bedingungen herzustellen, die für die Bildung einer neuen Regierung mit ihrer Beteiligung günstig seien.
Die Stimmung ist allerdings gespannt zwischen den Kurdenführern und der Zentralregierung in Bagdad.
Denn die Kurden wollen in ihrer halbautonomen Provinz über ihren Erdölreichtum selbst verfügen.