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Türkei gegen amerikanische Völkermord-Resolution

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Türkei gegen amerikanische Völkermord-Resolution

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Die Völkermord-Resolution des US-Kongresses zu der Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich hat die Beziehungen Washingtons mit der Türkei schwer belastet. Ankara rief seinen US-Botschafter zu Konsultationen zurück.
In der Hauptstadt und in Istanbul gingen zahlreiche Menschen zu Protestkundgebungen auf die Straße. Das sei wieder so ein Spiel der Vereinigten Staaten, sagte ein Mann. Die Türkei habe niemals Völkermord verübt: “Wir haben nur unser Land verteidigt”.
Außenminister Ahmet Davutoglu erklärte, die Resolution verletze die nationale Ehre der Türkei. Der Kongress habe es in Kauf genommen, dass die bilateralen Beziehungen beschädigt würden, doch den Schaden habe nicht die Türkei zu tragen, beschädigt sei die strategische Vision der USA.
Viele Türken setzen ihre Hoffnung in die amerikanische Regierung: Die Völkermord-Behauptung werde zwar immer wieder aufgestellt, sagte ein Mann, aber die USA seien ein Verbündeter der Türkei und würden diese Behauptung gewiss nicht in ihre offizielle Politik aufnehmen.
Nach unterschiedlichen Schätzungen kamen während des Ersten Weltkriegs zwischen 200 000
und anderthalb Millionen Armenier im Osmanischen Reich ums Leben. Der Mord-Vorwurf wird von der Türkei als Nachfolgestaat kategorisch zurückgewiesen. Unter Historikern außerhalb der Türkei gilt indes die Vernichtungsabsicht für erwiesen.